Am Mittwochmorgen sorgte ein Bericht des Konsumentenmagazins K-Tipp für Unruhe: Das Halbtax-Abo, seit Jahrzehnten eines der beliebtesten Angebote im öffentlichen Verkehr, solle bald verschwinden. Betroffen wären Millionen von Menschen, die mit dem Halbtax günstiger reisen – darunter viele Seniorinnen und Senioren.
Doch wenige Stunden später folgte die Entwarnung. Die Alliance Swisspass, der Dachverband des öffentlichen Verkehrs, stellte klar: «Das Halbtax bleibt.» Auch nach einer Umstellung des Preissystems werde es weiterhin ein Halbtax geben. Die Darstellung im K-Tipp sei «verkürzt und nicht korrekt».
Der K-Tipp hatte berichtet, dass das Halbtax im Zuge eines neuen Tarifsystems mit dem Namen «My Ride» abgeschafft oder stark verändert werden könnte. Dieses System soll ab 2027 den Ticketkauf «radikal vereinfachen und digitalisieren». Geplant ist, dass Kundinnen und Kunden künftig automatisch den besten Preis für ihre Fahrt zahlen – je nach Nutzung, Strecke und Zeit.
Das klingt bequem, bringt aber auch Veränderungen. Laut den bisherigen Plänen sollen die neuen Preise höher als die bisherigen Halbtax-Tarife, aber tiefer als der heutige Vollpreis sein. Für eine Übergangszeit könnten Reisende zwischen dem alten und dem neuen System wählen.
Das neue System soll vor allem digital funktionieren – mit einer App oder einem persönlichen Online-Profil. Das könnte für viele Seniorinnen und Senioren eine Hürde sein, die lieber ein klassisches Abo in Papierform oder auf der Swisspass-Karte nutzen. Wer kein Smartphone besitzt oder nicht ständig online ist, könnte sich ausgeschlossen fühlen.
Derzeit läuft ein Testbetrieb von «My Ride». Dabei werden alle Fahrten digital aufgezeichnet, um Rabatte zu berechnen. Je mehr jemand reist, desto grösser sollen die Preisnachlässe sein. Ein attraktives System – aber eben nur, wenn man mit der Technik umgehen kann.