Heuschnupfen – Wenn der Frühling zur Belastung wird – Visento
Heuschnupfen – Wenn der Frühling zur Belastung wird
Gesundheit/Medizin

Heuschnupfen – Wenn der Frühling zur Belastung wird

26.02.2026
von UNI-Spital Zürich · 42 x gelesen

Heuschnupfen ist eine der häufigsten Allergien. Dabei reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Pollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern. Schon wenige Minuten nach dem Kontakt mit Pollen können Beschwerden auftreten.

Der Begriff «Heuschnupfen» stammt aus dem 19. Jahrhundert, als man die Beschwerden erstmals bei Menschen beobachtete, die mit Heu und Gräsern in Kontakt kamen.

Wie häufig ist Heuschnupfen?

Heute leiden bis zu 25–30 Prozent der Menschen in der Schweiz an einer Pollenallergie. Um 1900 war es nur etwa 1 Prozent.

Das Risiko ist höher, wenn Allergien in der Familie vorkommen:

  • Sind beide Eltern betroffen, liegt das Risiko für Kinder bei über 60 %.
  • Ohne familiäre Vorbelastung liegt es bei rund 15 %.

Fachleute vermuten, dass Umweltbelastungen und unser sehr hygienisches Umfeld dazu beitragen. Ein Immunsystem, das wenig «trainiert» wird, reagiert später manchmal übermässig auf harmlose Stoffe.


Was passiert im Körper?

Beim ersten Kontakt mit Pollen bildet das Immunsystem sogenannte IgE-Antikörper. Beim nächsten Kontakt werden Entzündungsstoffe wie Histamin freigesetzt. Diese lösen die typischen Beschwerden aus:

  • Gerötete, tränende, juckende Augen
  • Laufende oder verstopfte Nase
  • Niesanfälle
  • Trockene oder gereizte Nasenschleimhaut

Manche Betroffene entwickeln zusätzlich Atembeschwerden.


Welche Pflanzen lösen Heuschnupfen aus?

Typische Auslöser sind:

  • Gräser (z. B. Lieschgras, Roggen)
  • Bäume (Birke, Erle, Hasel, Esche)
  • Kräuter (Beifuss, Ambrosia)

Viele Menschen reagieren auf mehrere Pollenarten gleichzeitig. Die Beschwerden treten meist saisonal auf – also während der Blütezeit. Manche Pflanzen blühen jedoch schon im Spätwinter oder bis in den Herbst hinein.


Kreuzallergie – Wenn auch Lebensmittel Probleme machen

Manche Eiweisse in Pollen ähneln bestimmten Nahrungsmitteln. Deshalb kann es beim Essen zu Beschwerden im Mund- und Rachenraum kommen:

  • Juckreiz
  • Kribbeln
  • Brennen

Beispiele:

  • Birkenpollen: oft Reaktion auf Apfel, Birne, Kirsche, Haselnuss
  • Beifuss: häufig Probleme mit Sellerie oder Gewürzen
  • Gräser: mögliche Reaktion auf Weizen oder Tomaten

Wie wird Heuschnupfen festgestellt?

Pricktest

Verschiedene Allergene werden auf die Haut aufgetragen und leicht angeritzt. Zeigt sich nach 15–20 Minuten eine Rötung oder Schwellung, liegt eine Allergie vor.

Bluttest

Im Blut können spezifische Antikörper (IgE) nachgewiesen werden.

Provokationstest

In seltenen Fällen werden Pollen direkt in die Nase gegeben – unter ärztlicher Kontrolle.

Die Diagnose erfolgt durch Fachärztinnen und Fachärzte für Allergologie, HNO oder Lungenheilkunde.


Warum frühe Behandlung wichtig ist

Heuschnupfen ist keine harmlose «Frühlingsplage». Unbehandelt kann sich die Allergie verschlimmern. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen kann sich ein sogenannter Etagenwechsel entwickeln – die Entzündung wandert in die Bronchien und führt zu allergischem Asthma.

Typische Asthma-Symptome sind:

  • Husten
  • Atemnot
  • Pfeifende Atemgeräusche
  • Engegefühl in der Brust

Was hilft bei Heuschnupfen?

Allergen meiden

Ganz vermeiden lassen sich Pollen kaum. Dennoch helfen:

  • Fenster nachts oder nach Regen öffnen
  • Abends Haare waschen
  • Kleidung nicht im Schlafzimmer wechseln
  • Pollenflugkalender beachten

Medikamente

Antihistaminika, Nasensprays oder Augentropfen lindern die Beschwerden.

Hyposensibilisierung (Immuntherapie)

Eine längerfristige Behandlung kann das Immunsystem «umtrainieren». Viele Betroffene berichten über deutliche Besserung – besonders wenn früh begonnen wird.


Kann man Heuschnupfen vorbeugen?

Da genetische Faktoren eine Rolle spielen, ist Vorbeugung nur begrenzt möglich. Wichtig ist:

  • Rauchfreie Umgebung
  • Schimmel vermeiden
  • Saubere, aber nicht übertriebene Hygiene

Fazit

Heuschnupfen ist weit verbreitet – aber gut behandelbar. Wer Beschwerden ernst nimmt und frühzeitig ärztlichen Rat einholt, kann Komplikationen vermeiden und die Lebensqualität deutlich verbessern.

Tipp für Seniorinnen und Senioren:
Auch wenn Sie früher keine Allergie hatten – sie kann sich im Laufe des Lebens neu entwickeln. Lassen Sie anhaltende Beschwerden deshalb ärztlich abklären.

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