Heuschnupfen ist eine der häufigsten Allergien. Dabei reagiert das Immunsystem überempfindlich auf eigentlich harmlose Pollen von Bäumen, Gräsern oder Kräutern. Schon wenige Minuten nach dem Kontakt mit Pollen können Beschwerden auftreten.
Der Begriff «Heuschnupfen» stammt aus dem 19. Jahrhundert, als man die Beschwerden erstmals bei Menschen beobachtete, die mit Heu und Gräsern in Kontakt kamen.
Heute leiden bis zu 25–30 Prozent der Menschen in der Schweiz an einer Pollenallergie. Um 1900 war es nur etwa 1 Prozent.
Das Risiko ist höher, wenn Allergien in der Familie vorkommen:
Fachleute vermuten, dass Umweltbelastungen und unser sehr hygienisches Umfeld dazu beitragen. Ein Immunsystem, das wenig «trainiert» wird, reagiert später manchmal übermässig auf harmlose Stoffe.
Beim ersten Kontakt mit Pollen bildet das Immunsystem sogenannte IgE-Antikörper. Beim nächsten Kontakt werden Entzündungsstoffe wie Histamin freigesetzt. Diese lösen die typischen Beschwerden aus:
Manche Betroffene entwickeln zusätzlich Atembeschwerden.
Typische Auslöser sind:
Viele Menschen reagieren auf mehrere Pollenarten gleichzeitig. Die Beschwerden treten meist saisonal auf – also während der Blütezeit. Manche Pflanzen blühen jedoch schon im Spätwinter oder bis in den Herbst hinein.
Manche Eiweisse in Pollen ähneln bestimmten Nahrungsmitteln. Deshalb kann es beim Essen zu Beschwerden im Mund- und Rachenraum kommen:
Beispiele:
Verschiedene Allergene werden auf die Haut aufgetragen und leicht angeritzt. Zeigt sich nach 15–20 Minuten eine Rötung oder Schwellung, liegt eine Allergie vor.
Im Blut können spezifische Antikörper (IgE) nachgewiesen werden.
In seltenen Fällen werden Pollen direkt in die Nase gegeben – unter ärztlicher Kontrolle.
Die Diagnose erfolgt durch Fachärztinnen und Fachärzte für Allergologie, HNO oder Lungenheilkunde.
Heuschnupfen ist keine harmlose «Frühlingsplage». Unbehandelt kann sich die Allergie verschlimmern. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen kann sich ein sogenannter Etagenwechsel entwickeln – die Entzündung wandert in die Bronchien und führt zu allergischem Asthma.
Typische Asthma-Symptome sind:
Ganz vermeiden lassen sich Pollen kaum. Dennoch helfen:
Antihistaminika, Nasensprays oder Augentropfen lindern die Beschwerden.
Eine längerfristige Behandlung kann das Immunsystem «umtrainieren». Viele Betroffene berichten über deutliche Besserung – besonders wenn früh begonnen wird.
Da genetische Faktoren eine Rolle spielen, ist Vorbeugung nur begrenzt möglich. Wichtig ist:
Heuschnupfen ist weit verbreitet – aber gut behandelbar. Wer Beschwerden ernst nimmt und frühzeitig ärztlichen Rat einholt, kann Komplikationen vermeiden und die Lebensqualität deutlich verbessern.
Tipp für Seniorinnen und Senioren:
Auch wenn Sie früher keine Allergie hatten – sie kann sich im Laufe des Lebens neu entwickeln. Lassen Sie anhaltende Beschwerden deshalb ärztlich abklären.