Die Nachhaltigkeis-Initiative der SVP verlangt eine starre Obergrenze von zehn Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern bis 2050. Aus Sicht von alliance F würde dies den bereits heute akuten Fachkräftemangel weiter verschärfen – vor allem in Pflegeberufen, Spitälern und der Kinderbetreuung. Gerade in diesen Bereichen arbeiten mehrheitlich Frauen.
Co-Präsidentin und Ständerätin Maya Graf erklärte dazu:
«Fehlende Betreuungs- und Pflegeleistungen würden sich noch stärker ins Private verlagern – dort, wo Frauen bereits heute den grössten Teil der unbezahlten Care-Arbeit leisten. Die Initiative verspricht einfache Lösungen, schafft aber neue Probleme – vor allem für Frauen.»
Auch international seien Frauenrechte zunehmend unter Druck, hiess es an der Delegiertenversammlung. Gastrednerin Marietje Schaake von der Stanford University sprach über die Gefahren von Algorithmen und sozialen Plattformen für Demokratie und Gleichstellung.
Der Titel ihres Referats lautete übersetzt:
«Wie Algorithmen den Rückschritt bei Frauenrechten fördern und die Demokratie untergraben – und was wir dagegen tun können.»
Schaake rief dazu auf, sich gegen frauenfeindliche und missbräuchliche Online-Plattformen zur Wehr zu setzen:
«Wir müssen uns gegen missbräuchliche und frauenfeindliche Online-Plattformen und Algorithmen wehren. Ich hoffe, Sie beteiligen sich an diesem Kampf.»
Neben der Abstimmungsdebatte blickte alliance F auch auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der Verband setzte sich unter anderem für Elternzeit, bessere Kinderbetreuung und die Individualbesteuerung ein. Zudem würdigte alliance F den Volksentscheid vom 8. März 2026 zugunsten der Individualbesteuerung als wichtigen Schritt für die Gleichstellung.
Der Dachverband betonte zum Abschluss, dass Frauenpolitik Lösungen schaffen müsse – konstruktiv, überparteilich und zukunftsorientiert.