Die Schweiz hat ihre Gartenvögel gezählt – und der Spatz bleibt König – Visento
Die Schweiz hat ihre Gartenvögel gezählt – und der Spatz bleibt König
Natur/Mitwelt
Foto: Roland Peter

Die Schweiz hat ihre Gartenvögel gezählt – und der Spatz bleibt König

15.05.2026
von visento · 2 x gelesen
An der «Stunde der Gartenvögel» haben sich über 4500 Personen eine Stunde Zeit genommen, um in Gärten, auf Balkonen und in Parks ihren gefiederten Nachbarn zuzuhören und zuzuschauen. Über 90’000 Vögel wurden gemeldet.

Wie jedes Jahr sicherte sich der Haussperling – unser guter alter Spatz – die Spitzenposition. Er wurde auf 84 Prozent aller Beobachtungsflächen gesichtet und mit über 15'000 Individuen am häufigsten gezählt. Auf den weiteren Rängen folgen:

  1. 🥇 Haussperling
  2. 🥈 Mauersegler
  3. 🥉 Rabenkrähe
  4. Amsel
  5. Kohlmeise
  6. Star

📈 Gute und weniger gute Nachrichten

Erfreulich: Amsel, Grünfink und Girlitz – Arten, die in den vergangenen Jahren unter Krankheiten gelitten haben – wurden 2026 häufiger gezählt als im Vorjahr. Auch die Mönchsgrasmücke, ein oft übersehener Heckenbewohner mit unverkennbar klarem Gesang, legt leicht zu.

Besorgniserregend: Mauersegler, Rauch- und Mehlschwalben gehen zurück. Diese Luftakrobaten brauchen Nistnischen an Gebäuden und eine vielfältige Insektenwelt – beides nimmt im Siedlungsraum vielerorts ab.

🌿 Was jeder tun kann

Aus den vergangenen Jahren ist bekannt: In naturnahen Gärten mit «wilden» Ecken, einheimischen Sträuchern und Blumenwiesen leben deutlich mehr Vogelarten als in Gärten mit Einheitsrasen und exotischen Pflanzen.

Schon kleine Anpassungen machen einen Unterschied:

  • 🪵 Ein Asthaufen unter einer Hecke
  • 🌼 Eine ungemähte Wiesenecke
  • 🌱 Ein Blumenkistchen mit einheimischen Pflanzen auf dem Balkon
  • 🏠 Nisthilfen für Mauersegler und Schwalben am Haus

Solche Strukturen bieten Nahrung, Verstecke und Brutplätze – und machen aus einem Garten ein kleines Vogelparadies.

🔗 Mehr erfahren

«Vögel berühren uns, sie sind ein Stück Heimat direkt vor der Haustür. Damit Spatz, Amsel oder Mauersegler auch in Zukunft bei uns leben, braucht es naturnahe Gärten und lebendige Quartiere – jede einheimische Hecke, jeder Asthaufen, jede Blumenwiese zählt.»
– Raffael Ayé, Geschäftsführer BirdLife Schweiz

Quelle: Medienmitteilung BirdLife Schweiz, 12. Mai 2026

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