Demografische Alterung nimmt in der Schweiz weiter zu – Visento
Demografische Alterung nimmt in der Schweiz weiter zu
Politik/Gesellschaft
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Demografische Alterung nimmt in der Schweiz weiter zu

02.04.2026
von Bundesamt für Statistik · 38 x gelesen

Am 31. Dezember 2025 umfasste die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz 9 124 300 Personen, gegenüber 9 051 000 im Vorjahr (+73 300 Personen, +0,8%). Damit wuchs die Bevölkerung weniger schnell als 2024 (+1,0%).

Die Bevölkerung nahm in allen Kantonen zu. Das stärkste Wachstum verzeichneten Schaffhausen (+1,6%), Basel-Stadt (+1,4%) und das Wallis (+1,3%). Am wenigsten legte die Bevölkerung in den Kantonen Glarus und Tessin (je +0,2%) sowie Bern, Jura und Neuenburg (je +0,4%) zu.

Erstmals mehr ältere Menschen als junge

Im Jahr 2025 überstieg die Zahl der Personen ab 65 Jahren in der Schweiz erstmals die Zahl der unter 20-Jährigen (1 811 000 gegenüber 1 802 000; provisorische Zahlen). Diese Entwicklung verdeutlicht die schneller fortschreitende demografische Alterung der letzten Jahre. Beide Altersgruppen machen je rund 20% der Gesamtbevölkerung der Schweiz aus. Der Altersquotient liegt somit erstmals leicht über dem Jugendquotient. Diese Quotienten messen die Grösse der obersten bzw. untersten Altersgruppe im Verhältnis zur Bevölkerung im Alter zwischen 20 und 64 Jahren. 2025 kamen 32,9 Personen ab 65 Jahren und 32,7 Personen unter 20 Jahren auf 100 Personen zwischen 20 und 64 Jahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2005 lagen diese Quoten bei 25,7 bzw. 35,3, im Jahr 2015 bei 29,0 bzw. 32,5.

Die Lebenserwartung bei Geburt ist bei den Frauen um 0,4 Jahre und bei den Männern um 0,3 Jahre gestiegen und belief sich im Jahr 2025 auf 86,3 bzw. 82,7 Jahre (provisorische Zahlen). Die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren nahm bei den Frauen etwas weniger stark zu als bei den Männern und lag bei 23,2 bzw. 20,7 Jahren (2024: 23,0 bzw. 20,4 Jahre).

Der Geburtenrückgang verlangsamt sich, die Todesfälle bleiben stabil

2025 wurden in der Schweiz 77 900 Lebendgeburten registriert. Das sind 400 bzw. 0,5% weniger als 2024. Die Geburtenzahl ist somit das vierte Jahr in Folge rückläufig, doch fällt die Abnahme weniger stark aus als in den Vorjahren (2024: –2,2% ; 2023: –2,8%). Im Vergleich zu 2024 gab es 2025 in 18 der 26 Kantone weniger Geburten (provisorische Zahlen). Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Genf, Basel-Stadt, Waadt, Solothurn und Schaffhausen registrierten hingegen einen Anstieg. Vor dem Hintergrund des Bevölkerungswachstums und des leichten Geburtenrückgangs sank die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau von 1,29 im Jahr 2024 auf 1,28 im Jahr 2025 (provisorische Zahl).

2025 wurden in der Schweiz 71 700 Todesfälle registriert, das sind etwas weniger als 2024 (–200 bzw. –0,3%). In der Hälfte der Kantone waren die Todesfälle gemäss den provisorischen Zahlen rückläufig. In Basel-Stadt und Schwyz verringerten sie sich am stärksten (je –7,4%), während sie in den Kantonen Glarus (+11,3%) und Appenzell Innerrhoden (+11,1%) am deutlichsten zunahmen. Knapp neun von zehn Todesfällen im Jahr 2025 betrafen Personen ab 65 Jahren.

Der internationale Wanderungssaldo verringert sich

Im Jahr 2025 wurden 204 600 Einwanderungen verzeichnet, wovon 23 100 Personen mit Schweizer Staatsangehörigkeit und 181 500 ausländische Personen betrafen. Insgesamt wanderten 8000 Personen weniger ein als im Vorjahr (–3,8%). Die Einwanderungen von Schweizerinnen und Schweizern nahmen zu (+2,5%), jene von ausländischen Staatsangehörigen ab (–4,5%).

Auch die Auswanderungszahlen waren im Vergleich zu 2024 rückläufig (–2500 bzw. –1,9%). Gemäss den provisorischen Zahlen wanderten 127 300 Personen aus, davon 29 400 Schweizer Staatsangehörige und 97 900 ausländische Staatsangehörige. Bei beiden Staatsangehörigkeitsgruppen gab es weniger Auswanderungen als im Jahr 2024 (–2,3% bzw. –1,8%).

Der Wanderungssaldo (Differenz zwischen Ein- und Auswanderungen) verringerte sich von 82 800 im Jahr 2024 auf 77 300 im Jahr 2025 (–6,6%). Bei den Schweizerinnen und Schweizern belief er sich provisorisch auf –6300 und bei der ausländischen Bevölkerung auf 83 600. Trotz der 41 500 Einbürgerungen im Jahr 2025 wuchs die Bevölkerung mit ausländischer Staatsangehörigkeit schneller als diejenige der Schweizerinnen und Schweizer (+1,9% gegenüber +0,4%).

Weniger Eheschliessungen und Scheidungen

Im Jahr 2025 wurden 35 700 Eheschliessungen registriert, darunter 800 gleichgeschlechtliche Ehen und 200 Umwandlungen eingetragener Partnerschaften in Ehen. Damit wurden 1000 Ehen weniger geschlossen als im Jahr 2024 (–2,8%). Die Entwicklung ist jedoch nicht in allen Kantonen rückläufig. In 10 der 26 Kantone nahm die Zahl der Eheschliessungen zu. Der stärkste Anstieg war in den Kantonen Jura, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden zu verzeichnen.

2025 wurden insgesamt 15 700 Scheidungen ausgesprochen. 59 dieser Scheidungen betrafen gleichgeschlechtliche Paare. Im Vergleich zum Vorjahr wurden rund 400 Ehen weniger geschieden  (–2,7%). In 14 Kantonen nahmen die Scheidungen jedoch zu. Bei Fortsetzung der 2025 beobachteten Trends ist davon auszugehen, dass rund zwei von fünf Ehen (38,8%) eines Tages geschieden werden könnten (provisorische Zahl).

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Ständige Wohnbevölkerung: Definition

Die ständige Wohnbevölkerung ist die Referenzbevölkerung der Bevölkerungsstatistik.

Gemäss der Verordnung vom 19. Dezember 2008 über die eidgenössische Volkszählung (Volkszählungsverordnung, SR 431.112.1) umfasst die ständige Wohnbevölkerung seit 2010 alle Schweizer Staatsangehörigen mit Hauptwohnsitz in der Schweiz sowie alle ausländischen Staatsangehörigen mit einer Anwesenheitsbewilligung für mindestens zwölf Monate oder einer Gesamtanwesenheitsdauer von mindestens zwölf Monaten in der Schweiz (Ausweise C/B/L/F/S/N oder EDA-Ausweis, d. h. internationale Funktionär/-innen, Diplomat/-innen und deren Familienangehörige).

Diese Definition entspricht den internationalen Empfehlungen für Bevölkerungsstatistiken.