Ich sage klar und unmissverständlich: NEIN zur Gebührensenkung.
Nicht aus Sympathie für einzelne Sendungen, nicht aus Parteitreue, sondern aus Überzeugung für eine funktionierende Demokratie.
Die SRG ist kein x-beliebiges Medienhaus. Sie ist ein öffentlich-rechtliches Medium mit einem klaren Auftrag: informieren, einordnen, kontrollieren, verbinden – in allen Landesteilen und Sprachregionen. Wer diesen Auftrag ernst nimmt, muss auch akzeptieren, dass er Geld kostet.
Seit Monaten wird behauptet, die SRG sei «links». Belege? Fehlanzeige. Statt Fakten gibt es Schlagworte, Bauchgefühle und gezielte Empörung. Kritik an Medien ist legitim. Pauschale Diffamierung ohne Beweise ist es nicht.
Und jetzt wird es brandgefährlich: Wenige Wochen vor dem Urnengang erhält die Initiative Unterstützung aus Moskau. Das russische Staatsmedium RT DE greift SRF (gemäss Tages-Anzeiger) frontal an – mit einem gefälschten Screenshot einer SRF-Website. Ziel ist nicht Information, sondern gezielte Desinformation.
RT DE verzeichnete allein im Januar über 100’000 Zugriffe aus der Schweiz. Diese Inhalte werden systematisch über soziale Netzwerke weiterverbreitet. Das ist keine Meinung. Das ist Einflussnahme.
RT DE ist kein isolierter Akteur. Vor der Ukraine-Konferenz auf dem Bürgenstock wurde die damalige Bundespräsidentin Viola Amherd als «Kindermörderin» diffamiert. Das Massaker von Butcha wurde als angebliche Inszenierung dargestellt.
Ein Beitrag eines mutmasslich fiktiven Autors wurde zeitweise sogar von der der WELTWOCHE (Köppel) übernommen. Auch das gehört zur Realität dieses Abstimmungskampfes.
Wer jetzt noch behauptet, es gehe «nur» um Gebühren, verkennt die Lage. Diese Abstimmung ist Teil eines grösseren informationspolitischen Konflikts.
Die Reduktion von 335 auf 200 Franken ist keine Optimierung. Sie ist ein Kahlschlag. Weniger Recherche, weniger regionale Berichterstattung, weniger Kontrolle der Macht. Genau das wünschen sich autoritäre Systeme – und Milliardäre, die Medien als Spielzeug benutzen.
Wollen wir Zustände wie in den USA, wo Medienhäuser einzelnen Superreichen gehören? Wollen wir «News», die sich nach Klickzahlen, Algorithmen oder politischen Auftraggebern richten?
Ich will das nicht.
Eine Demokratie lebt davon, dass Bürgerinnen und Bürger informiert sind. Nicht emotional manipuliert. Nicht systematisch belogen. Sondern faktenbasiert, überprüfbar, transparent.
Die SRG ist nicht perfekt. Muss sie auch nicht sein. Aber sie ist unabhängig, kontrolliert und dem Service public verpflichtet. Genau deshalb ist sie ein Ziel für jene, die demokratische Strukturen schwächen wollen.
Wenn Moskau applaudiert, sollte die Schweiz widersprechen.
Darum sage ich: NEIN zur Gebührensenkung. JA zu einer starken SRG. JA zu einer wehrhaften Demokratie.
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