AHV-Gelder gut angelegt – trotzdem kommen schwierige Jahre – Visento
AHV-Gelder gut angelegt – trotzdem kommen schwierige Jahre
Politik/Gesellschaft

AHV-Gelder gut angelegt – trotzdem kommen schwierige Jahre

17.02.2026
von pero · 27 x gelesen

Der Ausgleichsfond, der die Gelder von AHV, IV und EO verwaltet, blickt auf ein erfolgreiches Anlagejahr 2025 zurück. Die Geldanlagen erzielten eine Nettorendite von 6,34 Prozent. Das bedeutet: Aus dem vorhandenen Vermögen wurde ein deutlicher Gewinn erwirtschaftet.

Besonders gut entwickelten sich Investitionen in Aktien, Gold sowie gewisse Währungsgeschäfte. Gold spielte dabei erneut seine Rolle als «sicherer Hafen» in unsicheren Zeiten.

Mehr Vermögen als im Vorjahr

Ende 2025 verwaltete compenswiss insgesamt rund 50,5 Milliarden Franken. Im Jahr zuvor waren es noch gut 46 Milliarden Franken. Ein grosser Teil dieses Geldes ist langfristig angelegt, ein anderer Teil liegt als Reserve bereit, um laufende Renten auszahlen zu können.

Die Kosten für die Vermögensverwaltung blieben tief. Sie machten weniger als 0,2 Prozent des Anlagevermögens aus – ein sehr guter Wert im internationalen Vergleich.

Warum die Lage trotzdem angespannt ist

Trotz des guten Anlageergebnisses bleibt die finanzielle Situation der AHV schwierig. Ab dem Jahr 2026 reichen die erwarteten Einnahmen nicht mehr aus, um alle Ausgaben zu decken. Ein wichtiger Grund dafür ist die 13. AHV-Rente, die ab Dezember 2026 erstmals ausbezahlt wird.

Für diese zusätzliche Rente wurden bereits im Jahr 2025 2 Milliarden Franken zur Seite gelegt. Das Geld fehlt nun an anderer Stelle. Fachleute sind sich einig: Ohne eine zusätzliche Finanzierung wird es langfristig nicht gehen.

Auch die Invalidenversicherung unter Druck

Bei der Invalidenversicherung (IV) verschlechtert sich die Lage ebenfalls. Es werden wieder mehr neue Renten gesprochen, und zudem ist noch offen, wie die IV ihre hohe Schuld von über 10 Milliarden Franken gegenüber der AHV zurückzahlen soll.

Um die laufenden Rentenzahlungen sicherzustellen, plant compenswiss ab 2026 jeden Monat Vermögenswerte zu verkaufen.

EO-Fonds bleibt stabil

Die Erwerbsersatzordnung (EO), aus der unter anderem Militär- und Mutterschaftsentschädigungen bezahlt werden, steht derzeit deutlich besser da. Sie ist von den aktuellen Finanzproblemen weniger betroffen.

Unterschiedliche Strategien für die Zukunft

Bisher wurden die Gelder von AHV, IV und EO nach derselben Anlagestrategie verwaltet. Das ändert sich nun. Künftig wird jeder Fonds separat und gezielter angelegt – je nach seiner finanziellen Situation und seinen Bedürfnissen.

Wie geht es weiter?

Die genauen Betriebsergebnisse von AHV, IV und EO für das Jahr 2025 werden im April 2026 veröffentlicht. Klar ist schon heute: Gute Anlageergebnisse helfen – lösen die strukturellen Finanzprobleme aber nicht.

Fazit: Die AHV-Gelder sind solide verwaltet. Doch ohne politische Lösungen für die Finanzierung der 13. Rente bleibt die Zukunft der AHV angespannt.

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