Fotografieren auf Augenhöhe – ein Blick, den Grosskinder spüren – Visento
Fotografieren auf Augenhöhe – ein Blick, den Grosskinder spüren
Ratgeber

Fotografieren auf Augenhöhe – ein Blick, den Grosskinder spüren

08.01.2026
von Roland Peter · 66 x gelesen
Viele Fotos von Enkelkindern entstehen im Stehen – also von oben. Dabei macht ein kleiner Perspektivenwechsel oft den grossen Unterschied: Wer auf Augenhöhe fotografiert, fängt Nähe, Ausdruck und echte Momente ein.

Wer Enkelkinder hat, kennt diese Momente: Ein Lachen, ein konzentrierter Blick, ein stilles Spiel auf dem Boden. Man möchte diesen Augenblick festhalten – schnell ein Foto, vielleicht mit dem Handy. Und oft geschieht es im Stehen, von oben herab.

Fotografisch ist das verständlich. Menschlich auch. Und doch lohnt es sich, einen Moment innezuhalten – und die Perspektive zu wechseln.

Auf Augenhöhe sehen – und fotografieren

In der Fotografie ist der Standort der Kamera entscheidend. Besonders bei Kindern. Ein Bild wirkt ganz anders, wenn wir ihnen auf Augenhöhe begegnen – nicht nur im Leben, sondern auch im Foto.

Kinder sehen die Welt von unten. Sie erleben Erwachsene meist von oben. Wenn wir sie ebenfalls von oben fotografieren, verstärken wir diese Distanz unbewusst. Das Bild zeigt dann nicht, wie sich das Kind selbst erlebt, sondern wie wir es sehen – gross von oben, klein von unten.

Gerade Grosseltern wissen: Kinder fühlen sehr genau, wie man ihnen begegnet.

Warum der Blick von oben oft nicht gut tut

Fotos von oben lassen Kinder kleiner wirken, manchmal unsicher oder passiv. Die Augen liegen im Schatten, der Ausdruck geht verloren. Das Bild erzählt dann wenig von dem, was dieses Kind wirklich ausmacht.

Dabei braucht es keine perfekte Technik, keine neue Kamera und kein Studio. Oft genügt es, sich einfach hinzusetzen, in die Knie zu gehen oder sich neben das Kind zu begeben. Ein kleiner Schritt – mit grosser Wirkung.

Die Augen erzählen mehr als tausend Worte

Es ist kein Zufall, dass man sagt: In den Augen spiegelt sich die Seele. Gerade bei Kindern stimmt das besonders. Ihre Augen sind offen, neugierig, ehrlich. Wenn wir sie auf Augenhöhe fotografieren, entsteht Nähe. Das Bild wird persönlicher, wärmer, lebendiger.

Ein paar einfache Dinge helfen dabei:

  • Licht von hinten oder von der Seite
  • ein ruhiger, heller Hintergrund
  • ein Moment Geduld

Nicht die Technik macht das Bild – sondern die Haltung.

Sich Zeit nehmen – und die Welt kleiner machen

Gute Kinderfotos entstehen selten im Vorbeigehen. Sie entstehen, wenn wir uns Zeit nehmen, uns einlassen, vielleicht sogar ein wenig unbequemer werden. Auf dem Stuhl sitzen statt stehen. Oder auf dem Boden.

Für viele Erwachsene ist das ungewohnt. Für Kinder ist es selbstverständlich.

Und genau deshalb wirken solche Bilder so stark: Man sieht die Welt plötzlich aus einer anderen Höhe. Aus der Sicht des Kindes. Und vielleicht auch aus der eigenen Erinnerung.

Kinder ernst nehmen – auch im Bild

Kinderfotografie hat wenig mit Alter zu tun, aber viel mit Respekt. Wer Kindern auf Augenhöhe begegnet, zeigt sie nicht kleiner, sondern grösser. Nicht niedlich, sondern echt. Nicht von oben, sondern als gleichwertiges Gegenüber.

Gerade Grosseltern bringen dafür etwas Wertvolles mit: Geduld. Gelassenheit. Lebenserfahrung.

Und genau daraus entstehen Bilder, die bleiben. Bilder, die man auch Jahre später anschaut – und wieder spürt, wie sich dieser Moment angefühlt hat.

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ℹ️ Info

Negativbeispiel aus dem Internet: Kind von oben fotografiert. Diese Methode wird gerne bei Sammelaktionen verwendet, um die Kinder möglichst hilflos und klein darzustellen

Wie ich Kinder gerne fotografiere, nämlich auf Augenhöhe.