Neue Hoffnung bei früher Alzheimer-Erkrankung – Visento
Neue Hoffnung bei früher Alzheimer-Erkrankung
Gesundheit/Medizin

Neue Hoffnung bei früher Alzheimer-Erkrankung

04.02.2026
von Beatrice Hofmann, Leiterin Marketing & Kommunikation · 4 x gelesen

Es gibt eine wichtige Neuigkeit für Menschen mit einer frühen Form der Alzheimer-Krankheit – und für ihre Angehörigen.

Die Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic hat ein neues Medikament mit dem Namen Kisunla zugelassen. Der Wirkstoff heisst Donanemab. Dieses Medikament kann das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit im frühen Stadium verlangsamen.

Auch die Universitäre Altersmedizin FELIX PLATTER in Basel bereitet sich darauf vor, diese neue Therapie geeigneten Patientinnen und Patienten möglichst bald anbieten zu können.

Was ist Donanemab – einfach erklärt

Bei der Alzheimer-Krankheit lagern sich im Gehirn sogenannte Amyloid-Plaques ab. Diese Ablagerungen stören die Funktion der Nervenzellen und tragen dazu bei, dass Gedächtnis und Denkfähigkeit nachlassen.

Donanemab ist ein Antikörper, der gezielt an diese Ablagerungen bindet. Er hilft dem Körper, einen Teil davon abzubauen. Dadurch kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden – allerdings nur in einem frühen Stadium.

Was bringt diese Behandlung konkret?

Studien zeigen: Menschen, die mit Donanemab behandelt wurden, verschlechterten sich langsamer als Personen ohne diese Therapie.

In Zahlen bedeutet das:

  • über einen Zeitraum von rund 18 Monaten
  • ein Zeitgewinn von etwa vier bis sechs Monaten

Diese zusätzliche Zeit kann für Betroffene sehr wertvoll sein. Sie können ihren Alltag oft länger selbstständig bewältigen und ihre Lebensqualität länger erhalten. Auch für Angehörige kann das eine spürbare Entlastung bedeuten.

Wie läuft die Behandlung ab?

  • Die Behandlung erfolgt einmal pro Monat
  • als Infusion über die Vene
  • ambulant – ein Spitalaufenthalt über Nacht ist nicht nötig

Für wen ist das Medikament geeignet?

Das neue Medikament ist nicht für alle Alzheimer-Betroffenen gedacht.

Es ist zugelassen für Erwachsene:

  • mit einer leichten Gedächtnisstörung oder leichter Demenz
  • bei eindeutig nachgewiesener Alzheimer-Erkrankung
  • und mit bestimmten genetischen Voraussetzungen

Ob eine Behandlung infrage kommt, muss immer sorgfältig abgeklärt werden – in spezialisierten Memory Clinics.

Ein wichtiger Schritt – aber kein Heilmittel

Wichtig zu wissen: Donanemab heilt Alzheimer nicht. Es kann die Krankheit verlangsamen, aber nicht stoppen oder rückgängig machen.

Trotzdem ist die Zulassung ein bedeutender Schritt. Zum ersten Mal steht in der Schweiz eine Therapie zur Verfügung, die direkt in den Krankheitsverlauf eingreift – und nicht nur Symptome lindert.

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ℹ️ Info

🧠 Das Wichtigste in Kürze

  • Neues Medikament: Kisunla (Wirkstoff Donanemab)
  • Wofür? Frühe Alzheimer-Erkrankung
  • Was bewirkt es? Verlangsamt den Krankheitsverlauf
  • Kein Heilmittel, aber messbarer Zeitgewinn
  • Behandlung: 1× monatlich als Infusion
  • Für wen geeignet? Nur für bestimmte Betroffene nach genauer Abklärung


Was spricht für die neue Therapie?

  • Erstmals steht in der Schweiz eine krankheitsverlangsamende Behandlung zur Verfügung.
  • Betroffene können im Durchschnitt mehr Zeit mit besserer Selbstständigkeit gewinnen.
  • Auch für Angehörige kann das eine spürbare Entlastung bedeuten.
  • Die Therapie erfolgt ambulant und erfordert keinen Spitalaufenthalt.

Was sollte man kritisch bedenken?

  • Das Medikament ist kein Heilmittel.
  • Der Nutzen ist zeitlich begrenzt (einige Monate).
  • Nicht alle Alzheimer-Betroffenen kommen dafür infrage.
  • Wie bei allen neuen Therapien sind regelmässige Kontrollen notwendig.

Fazit:
Donanemab ist kein Wundermittel, aber ein wichtiger Fortschritt. Für ausgewählte Betroffene kann die Therapie wertvolle Zeit schenken – Zeit mit mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität. Eine sorgfältige ärztliche Beratung ist dabei entscheidend.