Finanzielle Schwierigkeiten betreffen auch die Mitte der Gesellschaft
08.05.2026
von Bundesamt für Statistik/pero
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Was bedeutet «Einkommensmitte»?
Das Bundesamt für Statistik (BFS) teilt die Bevölkerung nach Einkommen ein. Zur mittleren Einkommensgruppe gehören zum Beispiel:
Alleinlebende mit einem monatlichen Bruttoeinkommen zwischen 4'228 und 9'061 Franken
Familien (Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahren) mit einem monatlichen Bruttoeinkommen zwischen 8'880 und 19'028 Franken
Man kann diese Gruppe zusätzlich in eine untere Mitte und eine obere Mitte aufteilen. Die Grenze liegt bei:
Alleinlebende: 6'041 Franken pro Monat
Familien (Paar, zwei Kinder): 12'685 Franken pro Monat
Die Mitte bleibt stabil
Seit 1998 ist der Anteil der mittleren Einkommensgruppe in der Schweiz weitgehend gleich geblieben. Er schwankte zwischen 54,4% (2018) und 61,3% (2009). Eine deutliche Veränderung ist nicht feststellbar.
Wohnkosten: Ein grosser Unterschied
Wohnen ist für viele Menschen in der Einkommensmitte gut bezahlbar. Doch in der unteren Mitte sieht es anders aus:
10,5% der unteren Mitte geben mehr als 40% ihres verfügbaren Einkommens für Wohnkosten aus.
In der oberen Mitte sind es nur 3,5%.
Finanzielle Engpässe in der unteren Mitte
Viele Haushalte in der unteren Mitte haben Mühe, unerwartete Kosten zu tragen:
Jede vierte Person (25%) in der unteren Mitte kann eine unerwartete Ausgabe von 2'500 Franken nicht bezahlen.
In der oberen Mitte betrifft das nur etwa jede zehnte Person (10,9%).
Auch das Gefühl, finanziell kaum über die Runden zu kommen, ist in der unteren Mitte verbreiteter:
14,1% der unteren Mitte empfinden es als schwierig, bis zum Monatsende auszukommen.
In der oberen Mitte sind es 5,9%.
Zahlungsrückstände: Weniger Unterschied als erwartet
Bei unbezahlten Rechnungen (z. B. Steuern, Krankenkasse, Miete, Strom) gibt es keinen grossen Unterschied zwischen unterer und oberer Mitte:
Untere Mitte: 8,7% mit Zahlungsrückständen
Obere Mitte: 6,7% mit Zahlungsrückständen
Ferien und Zufriedenheit
Nicht alle können sich Ferien leisten:
11,1% der unteren Mitte können sich aus finanziellen Gründen keine Ferien leisten.
In der oberen Mitte sind es nur 3,1%.
Das wirkt sich auch auf die Zufriedenheit aus:
10,6% der unteren Mitte sind mit ihrer finanziellen Lage unzufrieden.
In der oberen Mitte sind es nur 3,7%.
Quelle: Haushaltsbudgeterhebung (HABE) 2023 und Erhebung über die Einkommen und Lebensbedingungen (SILC) 2024, Bundesamt für Statistik (BFS).